Alle alten Kulturen haben das Spiel als heiliges Geschehen und wichtigste spirituelle Praxis gefeiert. Noch Platon lehrt, der Mensch könne sein Leben nicht besser zubringen denn als eine unablässige Folge von Spielen zu Ehren der Götter.
Und tatsächlich: Wenn wir «im Spiel» sind, vergessen wir nicht nur unser Ego mit all seinen Sorgen, sondern erfahren darin auch eine Freiheit und Lebendigkeit, die uns außerhalb unserer Spielzeiten nicht gewährt sind. Da stellt sich die Frage: Fehlt unserer spirituellen Praxis womöglich die spielerische Note? Wie wäre es, Spiritualität überhaupt als ein Spiel zu deuten?
Im Symposium werden wir unterschiedliche Perspek- tiven auf das Phänomen Spiel zusammentragen und ermitteln, ob Schiller Recht hatte, als er notierte, der Mensch sei nur dann ganz Mensch, wenn er spielt.